Der Goldschatz der Elbberge

Der Goldschatz der Elbberge von Martin SchemmGewöhnlich sucht man nicht unbedingt beim Verlag Ellert&Richter nach interessanter Fantasy, doch mit Martin Schemms Roman Der Goldschatz der Elbberge (ISBN: 978-3831904204) ist dort 2010 ein durchaus beachtenswerter Titel erschienen, der beweist, wie sehr es sich lohnen kann, auch einmal abseits ausgetretener Pfade neuen Lesestoff aufzuspüren.

Die Ausgangssituation der Handlung könnte einen zunächst an einen historischen Roman denken lassen: Erzbischof Adalbert von Bremen, einer der mächtigsten Männer der Salierzeit, steckt in Geldnöten und lässt sich daher von einem windigen Berater überzeugen, einen buntgemischten Trupp aus Glücksrittern, Mönchen und Soldaten auf die Suche nach einem legendären Zwergenschatz zu schicken. Wie aber die Suchmannschaft – und mit ihr der Leser – bald herausfindet, sind diese Zwerge höchst real, ebenso wie ein Lindwurm, Untote, Geister und dergleichen Gelichter mehr. Doch nicht genug damit, dass sich die Helden und Antihelden des Buchs mit diesen übernatürlichen Bedrohungen auseinandersetzen müssen: Politische Intrigen, Spannungen zwischen  einfachem Volk und Herrschenden und nicht zuletzt die Untaten einer Räuberbande sorgen für zahlreiche weitere Konflikte. So entsteht ein schwungvoller Abenteuerroman in bunter, höchst lebendiger Kulisse.

Bis zu einem gewissen Grade kommt man vielleicht dennoch nicht umhin, die Lektüre als guilty pleasure zu werten: Manches (kultur-)historische Detail möchte man als Mediävist lieber mit einem Fragezeichen versehen, und literarisch hätte man vielleicht noch das ein oder andere glätten können.

Von diesen kleinen Schönheitsfehlern sollte man sich jedoch nicht abschrecken lassen. Der Goldschatz der Elbberge bietet nämlich nicht nur spannende Unterhaltung, sondern zeigt auch, wie viel oft ungenutztes Potential für die Fantasy in scheinbar unspektakulären Ortssagen steckt. So werden nicht nur Abenteuerfans Vergnügen an dem Roman finden, sondern auch alle, die Spaß daran haben, in den Weltenbau auch einmal etwas anderes als große und weithin bekannte Mythen einfließen zu sehen.

6 Kommentare zu Der Goldschatz der Elbberge

  1. TeichDragon sagt:

    *grummel*

    Dabei ist mein SUB …. hmmm … RUB doch wirklich groß genug.
    :)

  2. gero sagt:

    Ach, das ist der Heidenloch-Schemm. 😉 Dann passt das natürlich.

  3. Katerchen sagt:

    *Wulfila einen kleinen Plastikball meiner Tochter an den Kopf werf*

    Mann… mein RUB bricht bald zusammen… *seufz*

  4. Wulfila sagt:

    Au! *Katerchen trotzdem einen Stützbalken für das RUB reich* Ich bin ja nicht so. 😉

  5. Katerchen sagt:

    *Wulfila den Stützbalken abnehm*
    *Einpaß*

    Danke. :)

    *Wulfila einen kalten, nassen Waschlappen reich*

    Entschuldigung… 😉

  6. BadenMichel sagt:

    Ein hervorragendes Buch! Wenngleich ich von Schemm das Buch “Todeskontakt” noch mehr schätze, da er hier Personen aus der Vergangenheit mit einbezieht, denen der Autor damals noch eine verdiente Achtung zukommen ließ.

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