Jim Butcher

portraitiert von moyashi
Jim Butcher

© Blue Moon Photography

Am 26. Oktober 1971 wurde Jim Butcher in Independence, Missouri geboren. Als jüngstes von drei Kindern wuchs er mit zwei älteren Schwestern auf, die ihm die Bücher The Lord of the Rings und The Han Solo Adventures nahebrachten, als er wegen einer Angina das Bett hüten musste. Die beiden Werke weckten erstmals Jim Butchers Faszination für das Fantasy- und Science-Fiction-Genre und damit auch seinen Wunsch, selbst Schriftsteller zu werden.

Als Teenager schrieb er seinen ersten Roman mit der Intention, ein echter Autor zu werden. Damals war er 19 Jahre alt, es sollten jedoch noch Jahre vergehen, ehe er seinen Durchbruch feiern konnte. Zunächst musste er sich mit alltäglichen Jobs abfinden, wie einem Sommerjob als Pferdetrainer, einer Managementstelle in einer Fast-Food-Kette, gefolgt von einer Zeit als Computertechniker; für einen geringen Zeitraum zog er sogar als Vertreter von Haus zu Haus, um Staubsauger zu verkaufen.
In seiner Freizeit verschaffte er sich Ausgleich vom Alltag mit verschiedenen Kampfsportarten wie Ryukyu Kempo, Tae Kwan Do, Gojo Shorei Ryu und einigen Ausflügen ins Kung Fu. Daneben begeisterte er sich fürs Fechten, schlechte SF-Filme und Live-Rollenspiele.
Nach dem ersten Jahr auf dem College heiratete Jim Butcher seine Jugendliebe, Shannon, die kurz darauf den gemeinsamen Sohn James Joseph zur Welt brachte. Anfangs unterstütze sie ihren Mann lediglich bei dessen schriftstellerischer Tätigkeit, entdeckte dann schließlich auch ihr eigenes Interesse am Schreiben und wurde im späteren Verlauf als Autorin von Liebesromanen erfolgreich.

Storm Front von Jim ButcherNach vielen erfolglosen Versuchen, Fuß im traditionellen Fantasy-Genre zu fassen, bei denen sich Jim Butcher von Lloyd Alexander, J.R.R. Tolkien, C.S. Lewis und anderen namhaften und auch weniger bekannten Autoren beeinflussen ließ, wagte er einen neuen Weg und schrieb im Rahmen eines Kurses für Schriftsteller den ersten Teil von The Dresden Files (Die dunklen Fälle des Harry Dresden) mit dem Titel Storm Front (Sturmnacht). Die Buchreihe schildert die Arbeit von Harry Blackstone Copperfield Dresden, dem ersten und einzigen Magier-Detektiv Chicagos, aus der Ich-Perspektive. In diesem alternativen Chicago ist Magie real, wird jedoch nur von wenigen Menschen wahrgenommen. Mit dieser geschickten Verbindung von Fantasywelt und heutiger Realität schlug Jim Butcher 1996 im Alter von 25 Jahren den Weg in den Urban-Fantasy-Sektor ein und weiß sich, wohl auch dank eines sehr humorvollen, aber nicht albernen Schreibstils seither dort zu behaupten. Dem erfolgreichen Auftaktroman folgen regelmäßig weitere Fortsetzungen sowie eine Sammlung von Kurzgeschichten aus dem gleichen Universum. Die Buchreihe schaffte es 2007 kurzfristig auch als gleichnamige Fernsehserie auf die TV-Bildschirme, sie wurde allerdings bereits nach der ersten Staffel wieder eingestellt. Derzeit werden die einzelnen Bücher als Comics adaptiert.

Furies of Calderon von Jim ButcherDer einschlägige und anhaltende Erfolg der Dresden Files brachte Butcher letztlich wieder zurück zur traditionellen Fantasy. Mit seiner zweiten und bereits abgeschlossenen Buchreihe The Codex Alera Series (Codex Alera), bestehend aus sechs Bänden, versuchte er sich nun auch im traditionellen Feld der High Fantasy einzufinden. Im Mittelpunkt der Reihe steht der Junge Tavi, dem es durch verschiedene unglückliche Entwicklungen zufällt, das Reich Alera zu retten – eine Welt, die durch die Kontrolle von Elementaren bestimmt wird, die ihren Bewohnern magische Fähigkeiten gewähren. Dieses von Butcher entwickelte Magiesystem verleiht den Romanen eine interessante und ungewöhnliche Basis, auch das nach römisch-imperialistischem Vorbild geprägte politische System sorgt für Individualität innerhalb der Fantasy. Mit Ausnahme dieser beiden durchaus erwähnenswerten Eigenschaften, stellt die Reihe aber einen klassischen High-Fantasy-Beitrag dar, mit bekannten Vorgehensweisen und Plot-Elementen.

Neben Codex Alera schrieb Butcher 2006 eine Episode von Stan Lees Spider Man mit dem Titel The Darkest Hours. Es folgten weitere Kurzgeschichten für verschiedene Anthologien, teilweise in Zusammenarbeit mit Charlaine Harris und Sherrilyn Kenyon. An den Erfolg der Dresden Files konnte er mit seinen weiteren Werken bisher jedoch nicht anknüpfen.

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Bibliographie:

The Dresden Files
2000: Storm Front (Sturmnacht)
2001: Fool Moon (Wolfsjagd)
2001: Grave Peril (Grabesruhe)
2002: Summer Knight (Feenzorn)
2003: Death Masks (Silberlinge)
2004: Blood Rites (Bluthunger)
2005: Dead Beat (Erlkönig)
2006: Proven Guilty (Schuldig)
2007: White Night (Weiße Nächte)
2008: Small Favor (Kleine Gefallen)
2009: Turn Coat (Verrat)
2010: Changes (Wandel)
2010: Side Jobs (Kurzgeschichten)
2011: Ghost Story (Geistergeschichten)
2012: Cold Days (Eiskalt)
2014: Skin Game (Blendwerk)

Codex Alera
2005: Furies of Calderon (Die Elementare von Calderon)
2005: Academ’s Fury (Im Schatten des Fürsten)
2006: Cursor’s Fury (Die Verschwörer von Kalare)
2007: Captain’s Fury (Der Protektor von Calderon)
2008: Princeps’ Fury (Die Befreier von Canea)
2009: First Lord’s Fury (Der erste Fürst)

Anthologien & Comics
2006: The Darkest Hour (Spider Man)
2006: My Big Fat Supernatural Wedding
2007: Many Bloody Returns
2007:  My Big Fat Supernatural Honeymoon
2008: Backup (illustriert von Mike Mignola)
2008: Welcome to the Jungle
2009: Stormt Front: Volume 1 (Graphic Novel)
2011: Storm Front: Volume 2 (Graphic Novel)
2011: Fool Moon: Volume 1 (Graphic Novel)
2012: Fool Moon: Volume 2 (Graphic Novel)
2013: Ghoul, Goblin

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Links:
www.jim-butcher.com
Interview mit Jim Butcher auf der Comic Con 2008 (San Diego)

Stand: 26. Juni 2015