The Broken Sword

Als Buch des Monats Mai möchten wir euch einen Klassiker von 1954 präsentieren: Poul Andersons The Broken Sword (ISBN: 978-0575082724; in deutscher Übersetzung als Das zerbrochene Schwert erschienen).

The Broken Sword von Poul AndersonDer Elfenfürst Imric tauscht Skafloc, den Sohn eines Wikingers und einer Angelsächsin, gegen einen Wechselbalg aus, denn anders als die Elfen und ihre Erzfeinde, die Trolle, können Menschen gefahrlos mit Eisen umgehen und sind daher für die Bewohner der mit menschlichen Sinnen nicht ohne weiteres wahrnehmbaren Anderswelt vor allem in militärischer Hinsicht höchst wertvoll. In der Tat wächst Skafloc zu einem mächtigen Kämpfer heran, der dem nächsten Kriegszug gegen die Trolle förmlich entgegenfiebert. Doch auf seiner menschlichen Familie lastet ein Fluch, der auch ihm zum Verhängnis zu werden droht, und das Vorrücken des Christentums stellt eine schleichende Gefahr für die nichtmenschlichen Völker und sogar für die alten Götter dar …

Die Melancholie, die zwangsläufig mit dem Motiv der mitsamt ihren Bewohnern dem langsamen Untergang geweihten magischen Welt einhergeht, erinnert ein wenig an Tolkiens etwa zeitgleich erschienenen Herrn der Ringe. Doch damit und mit der von beiden Autoren als Inspirationsquelle genutzten altnordischen und keltischen Mythologie enden die Gemeinsamkeiten bereits, denn während Tolkiens Werk eine durchaus tröstliche Grundstimmung vermittelt und auf die Erkenntnis abzielt, dass das Ringen um moralisch richtiges Handeln trotz des Preises, den man dafür vielleicht zahlt, nicht vergeblich ist, erzählt Anderson eine brutale, unbarmherzige Geschichte, deren Protagonisten selbst dann, wenn sie oberflächliche Erfolge erzielen, nicht viel gegen ihr unerfreuliches Schicksal ausrichten können. Umso fragwürdiger erscheint alles, was sie einander antun, denn was inhaltlich aufgetischt wird, ist durchaus so starker Tobak, dass man bisweilen geradezu dankbar ist, diese Ideen nicht im Stile des modernen grim&gritty präsentiert zu bekommen: Mord, Krieg, Folter, Vergewaltigung und Inzest prägen die Handlung. Da noch dazu bei allen Konfliktparteien Sklavenhaltung, Raubüberfälle und Entführungen als durchaus legitime Mittel zur Wahrung der eigenen Interessen gelten, ist eine simple Aufteilung in Gut und Böse ohnehin unmöglich.

Nur ein Panoptikum der Scheußlichkeiten also, ein deprimierendes Buch? Nicht ganz, denn die erschreckenden Ereignisse spielen sich in einer Welt ab, die im wahrsten Sinne des Wortes zauberhaft ist und mit einer Fülle von Fabelwesen, sprechenden Tieren und für menschliche Augen unsichtbaren Elfenburgen aufwartet, vor allem aber auch mit einem herrlich unbefangenen und phantasievollen Einsatz von Magie,  die es gestattet, im Handumdrehen zur Möwe oder zum Wolf werden, mitten im Winter ein Stück Sommerlandschaft heraufzubeschwören oder den rechten Fahrtwind für ein Schiff herbeizuzaubern. Dass all dies nicht wie eine künstliche Märchenkulisse, sondern ausgesprochen glaubwürdig und authentisch wirkt, ist vor allem Andersons Erzählstil zu verdanken, der den lakonischen Tonfall altnordischer Sagas mit poetischen Wendungen verknüpft und gelegentlich sogar einen Hauch von grimmigem Humor und Situationskomik aufblitzen lässt. Vor allem aber bleibt den gesamten Roman hindurch die Nähe zu den Quellen spürbar, die neben den bekannten mittelalterlichen Mythen und Sagen auch allerlei Elemente des späteren europäischen Volksglaubens umfassen, vom Erlkönig bis hin zum Hexentanz auf dem Brocken.

Gerade dieses direkte Schöpfen aus einer älteren Tradition macht The Broken Sword so reizvoll für den modernen Leser, der viele der darin auftauchenden Motive womöglich nur in ihrer durch das inzwischen gefestigte Genre gefilterten Form kennt und hier mit Staunen feststellen wird, dass sich aus demselben Ausgangsmaterial, das auch Tolkien vorlag, etwas ganz anderes als „typische Fantasy“ machen lässt.

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Neu portraitiert: Matt Haig

Matt HaigDer am 3. Juli 1975 in Sheffield, Yorkshire geborene Matt Haig ist ein britischer Autor phantastischer Literatur, der sowohl Kinder-/Jugendbücher als auch Erwachsenenromane schreibt. Haig verbrachte seine Kindheit in Newark, Nottinghamshire, derzeit lebt er in York. Er studierte an der Hull University und an der Leeds University. Nach seinem Studium gründete er zunächst eine Online-Marketing Agentur und arbeitete für einen spanischen Nachtclub, ehe Haig als Journalist für namhafte Zeitungen wie The Guardian, Sunday Times, The Sydney Morning Herald oder The Independent tätig wurde und darüber schließlich auch seinen Einstig ins Autorengeschäft fand.

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Zum Gedenken an Hans Bemmann

Die Bibliotheka Phantastika erinnert an Hans Bemmann, der heute 90 Jahre alt geworden wäre. Am 27. April 1922 in Leipzig geboren, studierte er nach dem 2. Weltkrieg Musikwissenschaften und Germanistik. Ab 1956 lebte er in Bonn und leitete dort bis 1987 das Lektorat des Borromäus-Vereins. Bis 1993 war er Dozent am Bonner Bibliothekar-Lehrinstitut (Fachhochschule für Öffentliches Bibliothekswesen).

Cover des Buches "Stein und Flöte" von Hans Bemmann Doch es ist sein Lehrauftrag, den er 1971 – 1983 an der Pädagogischen Hochschule Bonn im Fach Deutsch (Spezialbereich Kinder- und Jugendliteratur) wahrnahm, der sein wohl bekanntestes Buch Stein und Flöte, scheinbar stark beeinflusste. Der Roman zählt mittlerweile zu den Klassikern der deutschsprachigen Fantasyliteratur. In einer märchenartigen Erzählung entfaltet Bemmann hier das Leben Lauschers, der als junger Mann zwei magische Gegenstände erhält. Eigentlich sollten diese Gegenstände ihm Glück bringen, doch in seiner Unerfahrenheit und Naivität trifft Lauscher mehrere falsche Entscheidungen. Lauscher, der eigentlich Gutes vollbringen will, heiligt mit dem Zweck die Mittel und setzt die Gegenstände entgegen ihrer Bestimmung ein. Im Grunde also ein tragischer Antiheld, verbringt er sein Leben damit, die Konsequenzen für diese frühen, aber auch spätere Fehler und zu tragen. Erst spät in seinem Leben (und am Ende des Buches) erlangt Lauscher ein wenig Weisheit und damit auch so etwas wie ein wenig Glück und Frieden.
So ambivalent wie die Hauptfigur zeigt sich die gesamte Geschichte: sie erscheint beim oberflächlichen Lesen fast kindlich-märchenhaft, erst beim genaueren Hinschauen und sich Einlassen erschließen sich dem Leser die tieferen Bedeutungen und die Lektionen. Doch vielleicht sind genau diese Lektionen das Problem des Buches, beschleicht den Leser doch zwischendurch immer wieder das Gefühl, einen erhobenen Zeigefinger zu erkennen, und viele der Weisheiten erscheinen in der heutigen Zeit ein wenig abgegriffen.

Stein und Flöte, und das ist noch nicht alles erschien 1983 und war der erste Roman, den Hans Bemmann unter seinem richtigen Namen veröffentlichte. Vorher erschienen Jäger im Park (1961) und Lästiger Besuch (1963) unter dem Pseudonym Hans Martinson.

1984 erscheint mit Erwins Badezimmer, oder die Gefährlichkeit der Sprache eine Dystopie aus Bemmanns Feder, die in Briefform gehalten ist. In einer Welt, in der die Vereinfachung der Sprache vorangetrieben wird, um die Menschen zu unterdrücken, leitet Erwin von seiner illegalen Microfiche-Bibliothek aus seinem Badezimmer die Untergrundbewegung. Durch einen Zufall lernt der brave Sprachwissenschaftler Albert S. Erwin kennen und stolpert so in eine Welt der mehrdeutigen Sprache und lernt so, seine Umgebung auf eine ganz neue Art zu sehen.
Mit Der Stern der Brüder (1986) wendet sich Bemmann der reinen Phantastik zu und schildert das Leben zweier Brüder, die sich für die entgegengesetzten Seiten eines politischen Konfliktes entscheiden.
Die Trilogie Die Verzauberten erzählt die Geschichte eines Geschichtsprofessors, dessen Begegnung mit einer bezaubernden Frau ihn in eine Märchenwelt versetzt, in der er sie sucht, umwirbt und letztendlich auch findet. Während der erste Teil Die beschädigte Göttin (1990) die Begnung aus der Sicht des Professors erzählt, stellt der zweiter Teil Die Gärten der Löwin (1993) die Sicht der Frau dar. Im dritten Teil Massimo Battisti – Von einem, der das Zaubern lernen wollte (1998) werden viele Unklarheiten aus den ersten beiden Bänden durch den Magier Massimo Battisti aufgelöst.

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Neu rezensiert: Prinzessin der Haie

Cover des Buches "Prinzessin der Haie" von Thomas Burnett Swann Als Charlie auf einen Schlag Mutter und Bruder verliert, verfällt er in eine tiefe Depression. Damit endet sein bisher so glückliches und behütetes Leben. Er verlässt die Universität und bewirbt sich auf eine Stelle als Hauslehrer auf einer einsamen Karibikinsel.
Dort findet er nicht nur einen guten Freund und seine erste große Liebe, sondern er begegnet auch dem seltsamen Mädchen Jill und Curk, einem mysteriösen Fremden, der der eigentliche Herr der Insel zu sein scheint. Während Charlie versucht, Jill ein wenig Benehmen und klassiche Bildung zu vermitteln, gerät er in große Gefahr.

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Eine Bohne schaut fern: City of Ember

City of Ember ist ein dystopischer Science Fiction Film aus dem Jahr 2008, welcher hierzulande leider nicht den Weg in die Kinos fand, sondern gleich auf DVD/Blueray erschien. Dabei hat diese Verfilmung des gleichnamigen Romans von Jeanne DuPrau (dt. Lauf gegen die Dunkelheit) einiges zu bieten: eine wundervoll stimmige Farbgebung und wirkungsvolle Kulisse, eine klassische Abenteuerqueste, die jedem Jules Verne-Fan das Herz höher schlagen lässt, sehr gute Schauspieler und richtig viel Steampunk!

Die Stadt Ember wurde vor beinahe 250 Jahren weit unter der Erde erbaut, um die Menschheit zu retten – dazu wurden seinerzeit 200 Menschen in die unterirdische Stadt evakuiert. Warum genau kann man als Zuschauer nur erahnen, denn das Wissen um die Vergangenheit ist inzwischen längst verloren gegangen. Ebensowenig wissen die Menschen von Ember, wie man Elektrizität und Feuer richtig nutzen kann, oder wie sie ihre inzwischen marode gewordene Stadt und den immer öfter ausfallenden Generator, der ihre Stadt künstlich erhellt, reparieren können. Bei einem Ausfall wird die Stadt in vollkommene Dunkelheit getaucht und die Bewohner Embers fürchten, dass der Generator eines Tages ganz ausfallen wird.
In dieser Zeit machen die beiden Schüler Lina und Doon ihren Schulabschluss und bekommen per Los ihre zukünftigen Jobs zugewiesen. Da sie beide einen Beruf gezogen haben, der ihnen missfällt, dem jeweils anderen aber gefällt, tauschen sie kurzerhand und werden im Verlauf der Handlung zu Verbündeten.
Die verwaiste Lina, die ein Nachkomme des siebten Bürgermeisters von Ember ist, findet in dem Haus ihrer Großmutter eine alte Metallbox, die von ebenjenem Bürgermeister einst entwendet wurde, der damit auch die ursprünglichen Pläne für Ember verloren gehen ließ. In der Box findet Lina nun die schlecht erhaltenen Anweisungen der “Erbauer”, die 200 Jahre nach Embers Bezug hätten umgesetzt werden sollen. Zusammen mit Doon macht Lina sich daran, die Geheimnisse dieser Box zu lüften und die zerfallende Stadt zu verlassen. Selbstverständlich stellen sich ihnen hier einige Hürden in den Weg, wie etwa ein korrupter Bürgermeister, ein sich in den Tunneln herumtreibendes schneckenähnliches Monster, die Entdeckung alter Mechanik, reißende Flussströmungen und die spannende Enträtselung bruchstückhafter Hinweise, die vielleicht ins Nichts führen.

City of Ember überzeugt dabei durch eine wundervoll schmutzig-braune Farbwelt, die von wenigen leuchtenden Farben geprägt ist. Gaslichtatmosphäre wartet überall, eine eindeutig nostalgische Typographie, ebenso wie spannende Konstruktionen maroder Technik, Rost und Flickwerk. City of Ember: Flucht aus der DunkelheitSelbst die immer wieder neu und grob zusammengehaltene Kleidung der Menschen zeugt von den Jahren einer reinen Nutzgesellschaft, die nie gelernt hat selbst etwas herzustellen und von den Hinterlassenschaften der Erbauer lebt. Wer das Computerspiel Bioshock zufällig kennt, wird die Optik des Films am ehesten mit diesem Spiel vergleichen können.

Was den Film zusätzlich so sympathisch macht, ist, dass er sich nicht unbedingt an Kinder richtet, sondern durchaus sozialkritische Aspekte aufweist, ein logisch durchdachtes Konzept für eine unterirdisch existierende Stadt abliefert und mit überzeugenden Darstellern besetzt ist, die den Verfall und die Probleme Embers wunderbar präsentieren können.
Mein einziger Kritikpunkt an diesem Film, der mich bestens unterhalten hat und daher unbedingt empfohlen wird, war das etwas abrupte Ende. Da die Romanvorlage allerdings aktuell aus vier Bänden besteht, wollte man sich wohl auch bei der Filmadaption die Option eines Nachfolgers offen halten. Wer ein Herz für klassische Abenteuerqueste und Steampunk bzw. Gaslichtwelten hat, wird City of Ember mögen.

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Zum Gedenken an Kenneth Morris

Bibliotheka Phantastika erinnert an Kenneth Morris, der heute vor 75 Jahren gestorben ist. Dass Autoren in Vergessenheit geraten, ist beileibe nicht ungewöhnlich, und wenn ihr Oeuvre relativ schmal und bereits vor langer Zeit entstanden ist und kaum jemals neu aufgelegt wurde, ist diese Entwicklung beinahe zwangsläufig. All diese Faktoren treffen auf den am 31. Juli 1879 in Pontamman, Carmarthenshire, Wales, geborenen Kenneth Vennor Morris zu, und vermutlich ist es nur Ursula K. Le Guins Aussage, er sei (neben J.R.R. Tolkien und Eric Rücker Eddison) einer der drei stilistisch überragenden Fantasy-Autoren des 20. Jahrhunderts, zu verdanken, dass Morris heutzutage nicht vollkommen vergessen ist.
Morris selbst, der mit 17 in die Theosophische Gesellschaft eintrat und Zeit seines Lebens ein überzeugter Theosoph war, scheint an schriftstellerischem Ruhm und finanziellem Erfolg nicht sonderlich interessiert gewesen zu sein, denn er veröffentlichte fast alle seine rund 40 Kurzgeschichten in mehr oder weniger obskuren theosophischen Magazinen. 1926 erschien zwar eine kleine Auswahl von ihnen unter dem Titel The Secret Mountain and Other Tales in Buchform, doch eine Gesamtausgabe aller Erzählungen sollte es erst 1995 mit The Dragon Path. Collected Tales of Kenneth Morris geben.
Book of the Three Dragons von Kenneth MorrisZwischen 1910 und 1914 schrieb Morris zwei Romane, die sich – im Gegensatz zu seinen Geschichten, die auf alle möglichen irdischen Mythologien zurückgriffen – eines einzigen mythologischen Hintergrunds bedienten, und zwar der Sammlung mittelalterlicher walisischer Erzählungen, die als “Das Mabinogion” bekannt sind. Der erste dieser Romane, The Fates of the Princes of Dyfed (1914, erste und bisher einzige Neuauflage 1978), ist denn auch kaum mehr als eine recht eng ans Orginal angelehnte Nacherzählung des ersten Zweigs des Mabinogion. Der zweite, Book of the Three Dragons erschien erst 1930, und in den 20er Jahren hatte Morris ihn noch einmal stark überarbeitet – mit großem Erfolg, denn im Book of the Three Dragons nimmt er sich nicht nur viel mehr Freiheiten im Umgang mit dem Ursprungsmaterial, sondern dieses (vom Verlag um ein Drittel gekürzte) Werk ist es auch, auf das sich Ursula K. Le Guins o.e. Aussage bezieht. Immerhin gibt es seit 2004 auch eine vollständige Neuauflage, so dass es für interessierte Leser und Leserinnen möglich ist, sich ein eigenes Urteil zu bilden.
Morris’ dritter Roman The Chalchiuhite Dragon, der im präkolumbischen Zentralmexiko spielt und sich toltekischer Mythen – unter anderem der Quetzalcoatl-Legende – bedient, ist erst 1992 posthum erschienen und das einzige längere Werk von Morris, das auch auf Deutsch – als Der Smaragddrache (1994) – vorliegt, und in dem man auch ein paar Hinweise auf Morris’ theosophische Überzeugungen entdecken kann.
Der genrehistorisch und stilistisch interessanteste Roman des am 21. April 1937 verstorbenen Kenneth Morris ist und bleibt jedoch Book of the Three Dragons, und wer Lust hat, wieder einmal Fantasy zu lesen, die sich nicht an den derzeit aktuellen Erzählkonventionen orientiert und sich nicht mehr oder weniger direkt auf Vorläufer und Vorbilder innerhalb des Genres bezieht, sondern auf alte Quellen zurückgreift und auch sprachlich diesen Verweis nicht leugnet, dem sei Book of the Three Dragons ausdrücklich ans Herz gelegt.

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Neu rezensiert: Der magische Stein

Der magische Stein von David ZindellVor vielen Jahrtausenden, so sagen es die Legenden der Menschen, brachte Elahad, der König des Sternenvolks, den Lichtstein nach Ea, in die Welt der Menschen. Der Stein verleiht seinem Besitzer unermesslich große Macht, doch ging er vor Jahrhunderten verloren. Und nun sucht Morjin, der Herr der Lügen, den Stein, um mit seiner Hilfe die Welt zu unterwerfen. Doch auch Valashu, Prinz eines der letzten freien Königreiche Eas, macht sich, unterstützt von seinen treuen Gefährten, im Auftrag des Königs von Tria auf die Suche nach dem Lichtstein.

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Der magische Stein war auch schon in der alten bp zu finden und purzelt nun aus bald aktuellem Anlass als Nachzügler vom Umzugswagen, denn wir haben Hoffnung, dass die vorzeitig abgebrochene Queste von Valashu und seinen gewiss weit mehr als sieben Freunden doch noch ein gutes Ende finden wird …

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Fünf Bücher … zwischen denen ich mich entscheiden muss

Wer kennt diese Situation nicht: Man hat seine aktuelle Lektüre beendet und schlendert zum SUB (oder besser den SUBs), um sich eine neue herauszusuchen, und plötzlich steht man vor der Qual der Wahl. Der Blick schweift über ältere Neuerwerbungen, die einen damals brennend interessiert haben, aber nun schon etwas Staub ansetzen, und über neuere, auf die man aber jetzt gerade doch nicht Lust hat. Tja, was also tun? Man schreibt einen Blog und hofft, dass einem dabei die Erleuchtung kommt oder dass einem die Internetcommunity hilft.

Hier also fünf Bücher, zwischen denen ich mich entscheiden muss:

Cover von Natural History von Justina Robson1. Justina Robson: Natural History
Ein SF-Roman, auf den ich durch einen Artikel in der zweiten Ausgabe der Pandora aufmerksam geworden bin. Neben dem wunderschönen Cover punktet der Roman mit seiner Thematik: Die Autorin nähert sich darin dem für mich immer wieder faszinierenden Verhältnis von Mensch und Maschine, (künstlichem?) Bewusstsein und Leben sowie den hybriden Verschmelzungen und Entwicklungen zwischen diesen behaupteten Antagonismen. Bereits das erste Kapitel verheißt sehr viel, wird hier doch der Song “American Pie” mit den Erinnerungen des Bewusstseins eines Raumschiffes, das gerade einen dramatischen Fehler gemacht hat, und den Beschreibungen seiner Lage zusammengeführt.

Cover von The Summer Isles von Ian R. MacLeod2. Ian R. MacLeod: The Summer Isles
Mich hatte bereits Aether mit seinem wunderschönen Stil, der feinen Melancholie und der ernsten Thematik begeistert, daher wollte ich unbedingt mehr von MacLeod lesen und habe mir seine mit dem World Fantasy Award ausgezeichnete Erzählung “The Summer Isles” in der zur Novelle ausgebauten Fassung besorgt. Die edle (limitierte und signierte) Ausgabe von Aio lässt dabei nicht nur das Fanboyherz, sondern auch das Buchliebhaberherz höher schlagen. Aber abgesehen davon hat mich der eigentliche Inhalt dazu bewogen, mir das Buch zu kaufen. Das alternative England, in dem Faschisten die Macht ergriffen haben und in dem sich der (homosexuelle) Protagonist durchschlagen muss, hat sofort mein Interesse geweckt.

Cover von The Books of he Wars von Mark Geston3. Mark Geston: Out of the Mouth of the Dragon
Nachdem mir der erste Roman aus der (sehr) lose miteinander verbundenen Trilogie rund um die vom Schicksal gebeutelte „Welt“ und ihre Bewohner recht gut gefallen hat, stünde hiermit die Quasi-Fortsetzung griffbereit im Sammelband The Books of the Wars zur Verfügung. Die schon im ersten Band interessante Erzählweise Gestons und der wilde Mix aus SF- und Fantasy-Elementen verspricht jedenfalls spannend zu werden und (so banal es klingt) das Format wäre ideal für Fahrten mit den Öffis.

Cover von Lilith's Brood von Octavia E. Butler4. Octavia E. Butler: Dawn
Butlers Debutroman Patternmaster (Als der Seelenmeister starb) hat in der BP-Redaktion zwar zu kontroversen Reaktionen geführt, für mich aber mehr Potential entfaltet als Schwachpunkte gezeigt. Trotzdem habe ich mit dem Sammelband Lilith’s Brood erstmal die Reihe zur gleichnamigen Trilogie (Dawn, Adulthood Rites, Imago) gewechselt – auch bekannt als Xenogenesis-Trilogie. Darin wird Protagonistin Lilith von einem Alienvolk von der fast völlig zerstörten Erde gerettet. Die Oankali genannten Aliens haben nicht nur drei Geschlechter, sondern auch die Fähigkeit sich telepathisch zu verbinden und Gene mit anderen intelligenten Spezies auszutauschen, weshalb sie als Genhändler fungieren. Natürlich „profitieren“ auch Lilith und im weiteren Verlauf der Reihe ihre Nachkommen von diesen Fähigkeiten der Außerirdischen.

Cover von The Habitation of the Blessed von Catherynne M. Valente5. Catherynne M. Valente: The Habitation of the Blessed
Ein neuer Anlauf mit einer Reihe (A Dirge for Prester John) von Frau Valente, die für mich immer wieder eine Herausforderung ist. Aber das Setting rund um den Mythos des Priesterkönigs Johannes, dessen Reich in Valentes Version auch noch von einer Unzahl mittelalterlicher Sagenwesen bevölkert wird, hat mich sehr fasziniert. Auch der Ansatz, die Geschichte des Romans in unterschiedlichen literarischen Formen des Königreichs zu erzählen, die von Kapitel zu Kapitel wechseln, hat mich unglaublich gereizt. Die Aufmachung des Buches ist mit deckled edges ebenfalls wunderschön anzuschauen.

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Neu rezensiert: Timeless

Timeless von Gail CarrigerZwei Jahre nach der Geburt des gemeinsamen Töchterchens Prudence leben Alexia und Conall Maccon weiterhin im Ex-Kleiderzimmer des exzentrischen Vampirs Akeldama, als eine Einladung der Vampirkönigin Alexandrias die gefürchtete Badenacht unterbricht und die Familie zu einer Reise nach Ägypten nötigt. Da bei den Maccons nichts ohne fliegende Fetzen von Statten geht, wird die Reise selbst zum Auftakt abenteuerlichen Chaos, bei dem die anwesende Theatergruppe der Familie Tunstell selbstverständlich nicht zu einer Verbesserung der Ordnung beiträgt.

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Es war einmal ein King … – Zur Übersetzung von Eigennamen

Für viele von uns sind Namen mehr als nur interessante Buchstabenfolgen – weit über simple Allegorien hinaus verorten sie uns LeserInnen in einer fremden Welt, sagen uns, welchen Klang sie hat, wie vertraut oder fremd sie ist, welchen Bezugsrahmen sie schafft, wie erfindungsreich oder gewöhnlich sie sich präsentiert.
LeserInnen phantastischer Literatur wünschen sich zurecht, dass bei der Übersetzung von Eigennamen sorgfältig und sensibel vorgegangen wird.

Viele wünschen sich allerdings auch, dass Eigennamen generell unübersetzt bleiben sollen.
Doch während wir in der „realistischen“ Literatur schon lange mehr keinen Herrn Schmidt aus einem Mr Smith machen, ist dieser Wunsch in der phantastischen Literatur zu kurz gesprungen. Wann immer es um eine eigenständige Sekundärschöpfung geht – also eine Welt, auf der kein Großbritannien, kein Deutschland, keine USA existieren – gibt es auf die Frage, ob (sprechende) Eigennamen einer Übersetzung bedürfen, nur eine Antwort: Ja!
Die Gründe hierfür lassen sich unter drei Punkten zusammenfassen:

1, Verständlichkeit
Nicht alle LeserInnen beherrschen die Originalsprache. Wer einwenden will, die heutigen DurchschnittsleserInnen seien mit ausreichend vielen Anglizismen und der englischen Sprache an sich vertraut, muss sich der Frage stellen, wer dabei auf der Strecke bleibt: Was Qhorin Halfhand auszeichnet, mag sich fast jedem erschließen. Aber was, wenn AutorInnen sich mit Etymologie und Onomastik ihrer Muttersprache beschäftigt haben – was bei der Weltschöpfung und der Auseinandersetzung mit Sprache durchaus zum Handwerk gehören kann –, wenn also die sprechenden Elemente der Wörter einzelne Morpheme sind, vielleicht sogar veraltete? Versteht auch jeder, der Herrn Halbhand zuordnen konnte, was es mit der achtbeinigen Shelob auf sich hat?[1] Dabei sind uns manche Namensbausteine mit Bedeutung nicht einmal in der eigenen Sprache ganz klar bewusst: die zahllosen Müllers stellen uns vor kein Problem, und wir wissen, was Neustadt bedeutet, bei Stuttgart oder Schubert wird der ein oder andere nachdenken oder -schlagen müssen. Anderes wissen wir intuitiv, können es i.d.R. aber nicht aktiv abrufen. Was bedeutet die Endung „schaft“? Und wissen wir um diese Dinge tatsächlich auch in einer Fremdsprache?
Spätestens, wenn die Fremdsprache nicht mehr Englisch heißt, offenbart sich das Ausmaß der Problematik: Was ist mit spanischen Namen? Russischen? Wer hätte sich beim Geralt-Zyklus des polnischen Autors Andrzej Sapkowski eine Sängerin namens Oczko gewünscht statt Äuglein? Oder hätte Geralt auch gleich der Wiedźmin Geralt z Rivii bleiben sollen?
Für LeserInnen, die der Originalsprache nicht oder nicht ausreichend mächtig sind, geht bei einer unterlassenen Übersetzung von Namen eine Bedeutungsebene ganz oder teilweise verloren, dafür wird eine nicht intendierte Ebene hinzugefügt, was uns zum nächsten Punkt bringt.

2, Wirkung
Unsere Muttersprache haben wir verinnerlicht, mitsamt ihrer Wortbildung und der groben Bedeutung einzelner Bausteine, so dass wir Erklärungen sofort, meist sogar passiv abrufen können – was bei guten sprechenden Namen (v.a. Ortsnamen) ein äußerst nützlicher Umstand ist: Sie fügen sich relativ natürlich in den Kontext ein, ihr Bedeutungsinhalt ist etwas, über das man im Zweifelsfall nicht zweimal nachdenken muss. Ein unübersetzter Eigenname bleibt dagegen ein Fremdkörper im Text, der zwar vielleicht verstanden wird, jedoch eine „Exotik“ ausstrahlt, die so nicht intendiert war. Denn etwas, das vorher mit dem Kontext verschmolzen ist, ragt nun in der Fremdsprache daraus hervor und wird anders wahrgenommen. Und das Herausragende sind dann genau jene Elemente, die vom Autor/der Autorin ursprünglich so angelegt wurden, dass sie ohne Hürde verstanden werden können.
Folgende Sätze illustrieren das Problem vielleicht:

Die Zeit Damelon Giantfriends neigte sich im Land ihrem Ende zu, noch bevor meinesgleichen den Bau von Coercri oder Grieve vollendeten, der Siedlung der Riesen bei Seareach.[2]

Als Herr Bilbo Baggins von Bag-End ankündigte, daß er demnächst zur Feier seines einundelfzigsten Geburtstages ein besonders prächtiges Fest geben wolle, war des Geredes und der Aufregung in Hobbiton kein Ende.[3]

Für einige LeserInnen ist vermutlich die Verfremdung, die unvertraute Assoziation, die das Englische mit sich bringt, durchaus reizvoll – sie finden Stormhaven, Hayholt oder Wormtail in einem deutschen Text klangvoller als Sturmhafen, Hochhorst oder Wurmschwanz. Zumal aufgrund der angloamerikanischen Provenienz eines Großteils der Fantasy und der langen Tradition, Eigennamen mitunter unübersetzt zu lassen, englische Begriffe womöglich auch mit „Fantasyflair“ assoziiert werden und schon immer eine Prise Exotik beigesteuert haben, die gern angenommen wurde.[4] Der Effekt ist dennoch gegenläufig zu dem, was AutorInnen mit sprechenden Namen bezwecken – etwas Vertrautes oder auch Ungewohnt-Nachvollziehbares mit dem Material zu schaffen, das ihnen und ihren LeserInnen zur Verfügung steht.
Besonders deutlich wird die verfremdete Wirkung nicht eingedeutschter Namen, wenn man auf den Klang achtet, obige Sätze z.B. laut liest, denn dann stehen mitten im Satz Wörter, die anderen Ausspracheregeln folgen. Dadurch kommt es zu einem Bruch im Lesefluss, der sogar noch weiter geht, wie im nächsten Punkt ausgeführt.

3, Immersion
Wenn eine Fantasywelt als Sekundärschöpfung vorliegt, wird die innertextuelle Fiktion häufig durch eine eigene Historie und deren Verschriftlichung und durch eigene Sprachen verstärkt. Nicht selten gibt es Referenzen auf Bücher, Chroniken, Annalen dieser Welten. Wenn diese Fiktion zu Ende gedacht wird, ist die Muttersprache des Autors oder der Autorin lediglich ein Substitut für die Sprache der Welt der Geschichte, und AutorInnen sind “ÜbersetzerInnen” aus dieser Sprache.
Den Archetypus für diese Idee hat Tolkien (bei dem auch die Sprachschöpfung vor der Weltschöpfung stand) mit seinem Roten Buch geschaffen, der fiktionalen Quelle seiner Mittelerde-Geschichten: Anhang F von Der Herr der Ringe erklärt:

Bei der Sprache, die in dieser Geschichte durch Englisch ausgedrückt wird, handelt es sich um das Westron oder die “Gemeinsprache” der westlichen Lande von Mittelerde im Dritten Zeitalter.

Tolkien treibt die Fiktion soweit, dass er Eigennamen, die auf Westron Bedeutung tragen, in ihre Entsprechungen im Englischen (oder verwandten Sprachen) “übersetzt” hat, und auch phonetische Anpassungen vornahm: So ist z.B. auch das Wort Westron selbst eine Übersetzung von Adûni, und die Hobbit(was natürlich auch eine Übersetzung ist)-Familie Boffin ist eine phonetische Angleichung von Bophîn ans Englische.[5]
Kompliziert und weit hergeholt? Es geht auch einfacher: Gibt es einen Grund, weshalb man auf Mittelerde, in Osten Ard oder in Bas-Lag Englisch sprechen sollte? Nein, denn all diese Welten sind so aufgebaut, dass sie eigene Sprachen und Kulturen besitzen und losgelöst von unserer Welt stehen. Auf Fantasywelten spricht man Hardisch, Khuzdul oder Galach.
Englische Einsprengsel führen dazu, dass die Illusion zerstört wird, sich in einer anderen Welt zu befinden, denn Englisch ist für viele LeserInnen konkret verortet, wohingegen Deutsch als unsere Default- und Denksprache in den Hintergrund tritt – es ist für Muttersprachler ein Neutrum (Bayrisch oder Platt verorten wir allerdings sehr wohl, weshalb Dialekte für Fantasy meist gänzlich ungeeignet sind). Das Eintauchen in eine Fantasywelt wird durch eine Verortung der Sprache in unserer Welt erschwert, und allein die Tatsache, dass man bei unübersetzten Namen plötzlich wieder Englisch und Deutsch vor der Nase hat, macht die Übersetzungarbeit und die Sprachunterschiede unserer Welt sichtbar.

Übersetzung: unerlässlich
Leider kann die Fantasy-Literatur auf eine lange Reihe schlampig oder nur teils übersetzter Namen zurückblicken. Auch heute wird das Thema unterschiedlich gehandhabt, und die sonstige Verwendung von Anglizismen sorgt dafür, dass englische Begriffe als jugendlich-spritzig gelten und daher z.T. gezielt im Text belassen werden.
Betrachtet man übrigens den umgekehrten Weg, die Übersetzung vom Deutschen ins Englische, werden sprechende Namen natürlich auch übertragen, so hat etwa Ralph Manheim, der neben Grass und Brecht auch Michael Ende übersetzte, nicht nur die “Desert of Colors” und die “Swamps of Sadness” in den Text von The Neverending Story eingebracht, sondern auch aus Phantásien Fantastica gemacht und sogar phonetische Anpassungen vorgenommen, etwa von Fuchur zu Falkor.
Solche phonetischen Anpassungen kommen auch vom Englischen ins Deutsche vor (z.B. Winnie-the-Pooh zu Pu der Bär) und sind zumindest in Fällen, in denen die Aussprache der Originalnamen nach deutschen Regeln völlig in die Irre führen würde, sinnvoll – aber mit Sicherheit strittiger als reine Namensübersetzungen.

Trotz der eindeutigen Gründe für eine Übersetzung von Eigennamen[6] ist nachvollziehbar, dass es Probleme mit der Eindeutschung gibt. Nicht nur, weil es häufig schwierig, wenn nicht gar unmöglich ist, Namen eins zu eins zu übertragen, sondern vor allem, weil die Namen gerade in der Fantasy die Realität der benannten Figur, des Ortes oder der Sache konstituieren, ihre Identität maßgeblich mitbestimmen. Bei einem Gegenstand von solcher Bedeutung spielt die Gewohnheit zwangsläufig eine große Rolle, und ganz gleich, wo man dem Original-Namen zuerst begegnet ist – im englischen Roman, in einem Internetforum oder in einer alten Übersetzung –, ist es verständlich, wenn man eine Eindeutschung auf den ersten Blick ablehnt. Meine Bitte wäre daher: Riskiert auch einen zweiten Blick. Gerade die ÜbersetzerInnen, die sich um die Übersetzung von Namen bemühen, machen sich häufig Gedanken, gehen nicht unbegründet vor, sprechen sich mit dem Autor oder der Autorin ab.
Umgekehrt ist für eine Akzeptanz von übersetzten Eigennamen eine hohe Qualität dieser Übersetzungen und nicht zuletzt konsequentes Vorgehen nötig – dann können sprechende Namen die ihnen eigene Poesie entfalten und wir müssen nicht auf den Grauen Mausling, Simon Mondkalb, das Auenland oder Schwelgenstein verzichten.

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  • 1 Margaret Carroux hat es in ihrer Übersetzung von Der Herr der Ringe bei näherer Betrachtung ziemlich gelungen mit Kankra ausgedrückt – mehr darüber kann man hier nachlesen.
    2 aus: Lord Fouls Fluch (Stephen R. Donaldson); in der Übersetzung von Horst Pukallus heißt es tatsächlich: Die Zeit Damelon Riesenfreunds neigte sich im Lande ihrem Ende zu, noch bevor meinesgleichen den Bau von Coercri oder Herzeleid vollendeten, der Siedlung der Riesen an der Wasserkante. Der Effekt wird allerdings zunichte gemacht, wenn ein paar Seiten weiter Diamondraught getrunken wird.
    3 aus: Der Herr der Ringe: Die Gefährten (J.R.R. Tolkien); in der Übersetzung von Margaret Carroux heißt es tatsächlich: Als Herr Bilbo Beutlin von Beutelsend ankündigte, daß er demnächst zur Feier seines einundelfzigsten Geburtstages ein besonders prächtiges Fest geben wolle, war des Geredes und der Aufregung in Hobbingen kein Ende.
    4 Die Vehemenz, mit der Namensübersetzungen manchmal verteufelt werden, lässt den Schluss zu, dass muttersprachliche Eigennamen der Leserschaft vielleicht zu wenig phantastisch sind, zu gewöhnlich klingen.
    5 Näheres hier: http://tolkiengateway.net/wiki/Westron#Translation
    6 Bei Fantasy, die auf unserer Welt spielt oder bei der aus anderen Gründen die Sprache Englisch (oder andere Fremdsprachen) existieren, fällt das Argument der Immersion natürlich weg, und die anderen beiden sind abzuwägen gegen die Authentizität der sprachlichen Herkunft der Eigennamen.
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